Baumaßnahmen
Errichtung von Tunnel-Leit-Anlagen zum Schutz wandernder Kleintiere
Ein langfristiges Ziel der Schutzmaßnahmen für Amphibien an Straßen ist es, die wartungs- und betreuungsaufwändige Zaun-Kübel-Methode durch permanente bauliche Schutzanlagen zu ersetzen, die wandernde Kleintiere das ganze Jahr über schützen und damit auch die Jungtiere der Amphibien, die im Sommer die Laichgewässer verlassen und für das langfristige Überleben der Populationen unentbehrlich sind.
An zwei wichtigen Amphibienwanderstrecken Kärntens konnten 2006, 2007 und 2008 Kleintier-Durchlässe eingebaut werden.
Im Bereich der AW 103 Repnikteich (bei Köstenberg, Velden) wurden im Zuge eines Straßenbauprojektes vom Straßenbauamt Villach im Juni 2006 zwei Kleintier-Durchlässe und ein adaptierter Bachdurchlass eingebaut. Die Durchlässe wurden im November 2006 mittels dauerhafter Leitwände verbunden und die Anlage damit komplettiert.
An der AW 11 Hallegger Teich (Klagenfurt) wurden dank einer Kooperation zwischen AKLR, Abt. 17E, der Umweltschutzabteilung des Magistrates Klagenfurt, der Arge NATURSCHUTZ und der Straßenmeisterei Wörthersee in drei Bauetappen 2006, 2007 und 2008 insgesamt 7 Kleintier-Durchlässe errichtet und zwei bestehende verbessert. Um die etappenweise Errichtung der Amphibienschutzanlage an der Hallegger Straße abzuschließen, ist noch der Ersatz der provisorischen Bretterzäune durch dauerhafte Leitwände notwendig. Diese Baumaßnahme ist für 2010 vorgesehen.
Für die Planung wirkungsvoller Tunnel-Leit-Anlagen ist der Kenntnisstand der räumlichen Lage der Amphibienwanderrouten von großer Bedeutung. Die Konzeption der beschriebenen Anlagen beruhte auf den detailliert erhobenen Daten der Wanderstrecken durch Frau Mag. Kretschmann (Velden) bzw. Herrn Dr. Ernst Woschitz (Klagenfurt) sowie Mitarbeitern der Arge NATURSCHUTZ. Konzeption und Baubegleitung erfolgten durch unseren Verein, großteils im Rahmen des INTERREG III A – Projektes Amphibienschutz im Alpen-Adria-Raum.
Beide Amphibienwanderstrecken zählen mit sechs (AW 103) bzw. acht (AW 11) nachgewiesenen Amphibienarten, darunter auch seltene wie z.B. der Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex) oder der Laubfrosch (Hyla arborea), zu den artenreichsten und aufgrund der hohen Individuenzahlen zu den prioritären Wanderstrecken in Kärnten.
Die Errichtung der dauerhaften Schutzanlagen an diesen Straßenabschnitten ist daher als wichtiger Beitrag zur Lebensraum-Vernetzung und zur Erhaltung der heimischen Biodiversität zu werten.
Wir hoffen, dass diese Umsetzungsmaßnahmen beispielgebend sein werden!









