Straßensperre
Eine überaus kostengünstige und effiziente Methode zum Schutz wandernder Amphibien ist die zeitweilige Sperre der betroffenen Straße für den Verkehr.
Zur Zeit der Frühjahrswanderung (in Kärnten meist Ende Februar bis Ende April) kann eine nächtliche Straßensperre Abhilfe schaffen. Da die Amphibien überwiegend nachtaktiv sind und die Hauptwanderung nach Einbruch der Dämmerung einsetzt, ist es wichtig, den Verkehr in der Zeit zwischen etwa 19 Uhr abends und 6 Uhr Früh zu vermeiden.
Andere Schutzmöglichkeiten sind vergleichsweise sehr kosten- und personalintensiv und aufgrund der örtlichen Verhältnisse häufig nicht sehr erfolgversprechend.
Im Fall von Nebenverkehrswegen, deren Anrainer eine alternative Zufahrt haben, ist die nächtliche Straßensperre eine optimale Schutzmaßnahme für wandernde Amphibien.
Bisher wird diese Methode nur vereinzelt eingesetzt, da viele Autofahrer wenig Bereitschaft zeigen, zugunsten einer gefährdeten Tiergruppe auf liebgewordene Gewohnheiten - wenn auch nur zeitweise - zu verzichten.
Deshalb seien an dieser Stelle alle Autofahrer aufgerufen, unsere Mobilität rücksichtsvoll und überlegt einzusetzen und auf Fahrten in regnerischen Nächten nach Möglichkeit zu verzichten bzw. an Straßenabschnitten mit Amphibienwanderungen langsam und vorsichtig zu fahren. Oft kann mit geringem Verzicht auf persönliche Bequemlichkeit mehr erreicht werden, als mit kosten- und arbeitsintensiven Schutzanlagen.
„Fußgängerzone“ für Frösche am Krapflhofteich
Wie auf zahlreichen anderen Straßen in Kärnten fanden auch auf der Gemeindestraße nahe dem Krapflhofteich bei St. Paul/Lavanttal viele Amphibien auf ihrem Weg zum und vom Teich den Tod. Von einem aufmerksamen Anrainer benachrichtigt, wurde die Situation im Frühjahr 2003 von der Arge NATURSCHUTZ beobachtet und gemeinsam mit den Gemeinden St. Georgen und St. Paul beschlossen, die gefährdeten Amphibien künftig auf ihrer "Hochzeitsreise" zu schützen.
Als optimale Schutzmaßnahme für die wandernden Amphibien am betroffenen Straßenabschnitt wurde seitens der Arge NATURSCHUTZ eine nächtliche Straßensperre zur Zeit der Frühjahrswanderung empfohlen. Andere Schutzmöglichkeiten, wie z.B. die vielerorts durchgeführte Zaun-Kübel-Methode, sind kosten- und personalintensiv und aufgrund der topgraphischen Verhältnisse am Krapflhofteich nicht einsetzbar.
Da die Amphibien überwiegend nachtaktiv sind werden die. Autofahrer über Zeitungsartikel und Informationstafeln aufgerufen, in der Zeit von Mitte März bis Anfang Mai die Hofmühlstraße in den Nachtstunden nicht zu befahren.
Aufgrund der beispielgebenden Rücksichtnahme der lokalen Autofahrer, die zugunsten der Amphibien einen kleinen Umweg auf sich genommen haben, wurden in den folgenden Jahren keine überfahrenen Tiere gefunden.
Das Beispiel des Krapflhofteiches zeigt, dass mit etwas Rücksichtnahme, mit wenig Aufwand viele nachtaktive Kleintiere gerettet und ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der ökologischen Vielfalt geleistet werden kann.
Auf Anregung von Frau Brunner startete die Arge NATURSCHUTZ 2009 gemeinsam mit der engagierten St. Pauler Naturfreundin und mit Unterstützung durch Birdlife Kärnten eine Initiative, die Gemeindestraße ganzjährig für den öffentlichen Verkehr zu sperren und der Natur sowie der Naherholung durch die Bevölkerung in diesem Gebiet Vorrang zu geben. Wir hoffen auf ein positives Echo seitens der Gemeinden St. Paul und St. Georgen, die ein Fahrverbot an der Hofmühlstraße umsetzen müssen.






