Ersatzlebensraum

Die Anlage neuer Gewässer ist grundsätzlich eine essentielle Schutzmaßnahme für unsere heimischen Amphibien, die in den vergangenen Jahrzehnten sehr unter der Trockenlegung zahlreicher Feuchtgebiete gelitten haben. Als Maßnahme gegen den Straßentod wandernder Amphibien ist sie jedoch nur in speziellen Fällen geeignet.

Diese Schutzmaßnahme beruht darauf, den wandernden Amphibien alle Teil-Lebensräume auf einer Straßenseite anzubieten, um die Wanderung über die Straße zu unterbinden. Dazu zählt z.B. die Schaffung neuer Laichgewässer, damit die Amphibien die Straße nicht mehr queren müssen, um zu ihrem angestammten Laichgewässer zu gelangen. Ebenso ist es denkbar, auf der Seite des Gewässers geeignete Winterquartiere anzulegen, um die Amphibien auf einer Seite der Straße zu halten.

Erwachsene Amphibien sind zumeist jedoch sehr ortstreu und nur über aufwändige Abfang- und Umsiedlungsmethoden dazu zu bewegen, an einem neuen Gewässer abzulaichen. Zusätzlich sollte die Straße durch eine dauerhafte Amphibienleitwand gesichert werden, um "hartnäckige" Tiere vom Erreichen der Fahrbahn abzuhalten.

Bei der Planung von Ersatzlaichgewässern sind einige Kriterien zu berücksichtigen. So ist u.a. darauf zu achten, durch das neue Gewässer nicht zusätzlich Amphibien von der anderen Straßenseite anzulocken. Damit wäre lediglich eine Richtungsänderung der Zuwanderung erreicht, nicht jedoch die Wanderung über die Straße unterbunden.

Die Anlage von Ersatzlebensräumen kann zwar die Todesrate von Amphibien auf der Straße reduzieren, sie ist jedoch keine Methode, um die Barrierewirkung der Straße zu minimieren. Die Isolationsgefahr für einzelne Populationen wird mit dieser Methode nicht verringert.

Bild Ersatzlaichgewässer kurz nach der Fertigstellung
Ersatzlaichgewässer kurz nach der Fertigstellung
Bild Ersatzlaichgewässer ein Jahr nach Fertigstellung
Ersatzlaichgewässer ein Jahr nach Fertigstellung

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